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Vaskulitis: Wenn sich die Blutgefaße entzünden

Dr. med. Michael Mogk

(Oberarzt am St�dt. Krankenhaus M�nchen-Bogenhausen, 4. Medizinische Abteilung)

Unter Vaskulitis (Mehrzahl: Vaskulitiden) versteht man die Entz�ndung von Blutgef��en. Es handelt sich hierbei um eine Erkrankungsgruppe, die zu den entz�ndlich rheumatischen Systemerkrankungen geh�rt.

Wenn man an �Rheuma" denkt, so stellt man sich in der Regel schmerzende Gelenke bei �lteren Menschen vor. Was aber leider sehr wenig bekannt ist, dass es rheumatische Erkrankungen wie die Vaskulitiden gibt, die sehr dramatisch mit einer Entz�ndung, die den gesamten K�rper betreffen kann, einhergehen k�nnen. Diese Erkrankungen k�nnen von Kindern bis hin zu sehr alten Menschen in jedem Lebensalter auftreten. Da sie aber relativ selten sind und wenig �ber ihren Entstehungsmechanismus bekannt ist, werden diese Erkrankungen h�ufig erst nach vielen Jahren erkannt. In dieser Zeit kommt es nicht selten zu erheblichen, nicht mehr behebbaren Organsch�digungen mit deutlicher Einschr�nkung der Lebensqualit�t.

Aufgrund dieser Tatsache haben wir eine Vaskulitis-Selbsthilfegruppe mit dem Ziel der besseren Information von Patienten und deren Angeh�rigen gegr�ndet. Unsere Zielgruppe sind jedoch nicht nur Patienten, bei denen die Erkrankung bereits bekannt ist, sondern gerade auch Menschen, die m�gliche erste Anzeichen f�r diese Erkrankungsgruppe haben. In diesen F�llen ist es besonders wichtig, an die genannten Erkrankungen zu denken und diese auszuschlie�en bzw. fr�hzeitig richtig festzustellen, um m�gliche fatale Folgen bis hin zu Schlaganfall oder Verlust der Nierenfunktion zu vermeiden.

Bei den Vaskulitiden handelt es sich nicht um eine einzelne Erkrankung, sondern vielmehr um den Sammelbegriff f�r eine gr��ere Anzahl von sehr unterschiedlichen einzelnen Erkrankungen, denen die Entz�ndung von arteriellen und/oder ven�sen Blutgef��en gemeinsam ist. Diese Entz�ndung entsteht durch eine �Fehlleitung" des Immunsystems. Abwehrstoffe, die eigentlich gegen Viren, Bakterien oder andere �Angreifer" gerichtet sein sollten richten sich unvermittelt gegen eigene K�rpergewebe, in diesem Fall gegen die W�nde von Blutgef��en. Hierdurch kommt es wie bei jeder Entz�ndung (wie z.B. auch bei einer entz�ndeten �u�erlichen Wunde, die jeder von uns schon einmal hatte) zu einer Schwellung � im vorliegenden Fall einer Schwellung der Gef��wand, so dass es zu einer Verengung bzw. einem Verschluss des betroffenen Gef��es kommen kann. Somit werden die dahinterliegenden Organe schlechter von Blut durchflossen und damit auch weniger gut mit dem lebenswichtigen Sauerstoff versorgt. Dies kann zu einer erheblichen Leistungsminderung bzw. einem v�lligen Funktionsverlust der befallenen Organe f�hren. Die Folgen k�nnen sehr mannigfaltig sein, da es Blutgef��e im gesamten K�rper gibt und sowohl gro�e als auch kleine oder auch arterielle oder ven�se Blutgef��e betroffen sein k�nnen.

Sehr h�ufig sind die kleinen Blutgef��e der Haut betroffen, wie z.B. bei der sogenannten Purpura Sch�nlein Henoch. Diese Ver�nderungen sind in der Regel nicht lebensbedrohlich und werden vom Patienten sehr fr�h bemerkt. Andere Vaskulitiden machen sich eher schleichend bemerkbar mit grippe�hnlichen Symptomen, die �ber einen l�ngeren Zeitraum anhalten und nicht auf die �blichen Therapieformen ansprechen. Hier kann es bei Erkrankungen wie z.B. dem sogenannten Morbus Wegener oder der Panarteriitis nodosa zu schweren Sch�den an Nieren oder Lunge kommen. Auch echte Notf�lle gibt es in der Rheumatologie � z.B. bei der sogenannten Arteriitis temporalis, einer Vaskulitis, die v.a. Blutgef��e im Kopfbereich betreffen kann und unbehandelt in k�rzester Zeit zur Erblindung f�hren kann.

Wie beschrieben handelt es sich bei den Vaskulitiden um eine Gruppe von Erkrankungen, die sehr schwer verlaufen und gro�en gesundheitlichen Schaden anrichten k�nnen. In der Tat sind noch vor einigen Jahrzehnten diese Erkrankungen h�ufig nicht erkannt worden und endeten nicht selten t�dlich. Inzwischen hat die Medizin aber erhebliche Fortschritte sowohl im Bereich der Diagnostik als auch der Therapie und Grundlagenforschung gemacht. Dadurch k�nnen die genannten Erkrankungen, sofern an sie gedacht wird, heute schon in fr�hen Stadien erkannt und fr�hzeitig behandelt werden, so dass h�ufig eine sogenannte Remission (Krankheitsstillstand) erreicht werden kann. Je fr�her eine Vaskulitis erkannt wird, um so g�nstiger ist die Prognose f�r den weiteren Krankheitsverlauf. Rechtzeitig erkannt und richtig behandelt k�nnen die Patienten oft ein Leben ohne wesentliche Einschr�nkungen f�hren.

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